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Pippa Goldschmidt, die Autorin des Romans, ist selbst promovierte Astronomin mit einem ähnlichen Forschungsgebiet wie Jeanette. Ihr gelingt es wunderbar, ihr Fachwissen in den Roman einfließen zu lassen, ohne unkundige Leser zu überfordern.
Goldschmidt HimmelEin großartiger Roman über Trauer, Wissenschaft, Liebe und Kunst.

Jeanette ist Astronomin. Ihr Schwerpunkt sind alte Galaxien aus der Frühzeit des Universums. Kurz nach ihrer Promotion macht sie an einem Teleskop in Chile eine unglaubliche Entdeckung, die das Urknall-Modell über die Entstehung des Universums infrage stellt. Obwohl die Daten noch nicht bestätigt werden können, bringen sie Jeanette eine feste Stelle an der Universität von Edinburgh ein.

Nach der Publikation beginnen die Probleme, denn von Anfang an werden Wahrheitsgehalt und Aussagekraft ihrer Daten in Zweifel gezogen. Jeanette will ihre Entdeckung nicht bewerten, kann sich dem Zwang dazu aber nicht entziehen. Als sie auch noch von ihrer Geliebten Paula verlassen wird, gerät ihr Leben aus der Bahn und das Trauma ihrer Kindheit holt sie wieder ein. ...weiterlesen "Pippa Goldschmidt: Weiter als der Himmel"

Kürzlich hat sie ihre Leserschaft aufgefordert, sich zu ihren verschämten Lektüren zu bekennen. Das habe auch ich sehr gern getan. Hier ist der Beitrag:

Das Blog "Sätze und Schätze" von Birgit Böllinger ist eigentlich ein Hort der gehobenen Literatur. Neben wunderbaren Rezensionen von Reiseliteratur, Gegenwartsliteratur und Klassikern der Moderne widmet sie sich auch der Lyrik und der Kunst. Aber es gibt auch Abgründe. Kürzlich hat sie ihre Leserschaft aufgefordert, sich zu ihren verschämten Lektüren zu bekennen. Das habe auch ich sehr gern getan. Hier geht es zu Birgits Beitrag.

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Ein Buch für Freunde des Absurden, die sich inspirieren lassen, den zahlreichen Anspielungen und Rätseln dieser Texte zu folgen – in die Chemie, in die Mythologie, in die Literatur.
Nagel&Kimche
© Nagel&Kimche

Helium, ein Edelgas, ist das zweithäufigste Element im Universum und verhilft Ballons zum Fliegen. Katzengold sieht aus wie Gold, ist aber ein Mineral, das sich aus den Elementen Eisen und Schwefel zusammensetzt. Das Buch "Helium und Katzengold" von Florian Werner erzählt von den 92 chemischen Elementen, die natürlich auf der Erde vorkommen. Sortiert ist es nach den Ordnungszahlen der Elemente, von 1H = Wasserstoff bis 92U = Uran.

Es ist aber kein Sachbuch, sondern eine literarische Auseinandersetzung in Form von Kurzgeschichten. In einem Interview mit René Aguigah bezeichnet Florian Werner sein Buch als "literarisches Periodensystem", als Katzengold, das ein Sachbuch zu sein vorgibt, in Wirklichkeit aber ein Erzähl-Experiment ist. ...weiterlesen "Florian Werner: Helium und Katzengold – 92 elementare Geschichten"

Cover Laudan Blaue Leuchten
© Rowohlt

Höhlen finde ich faszinierend. Sie sind ein Zugang zu den unbekannten Tiefen der Erde. Durch Erosion entstanden im Laufe der Zeit gigantische Hohlräume. Dort sind Mineralien und seltsame Tiere verborgen. Stalagmiten und Stalaktiten zeugen von unfassbar langen Zeiträumen der Kalkablagerung. Früher haben sie als Versteck oder Wohnraum gedient. Viele Höhlen sind schwer zugänglich, einsturzgefährdet oder von Wasser überflutet. Als Ort für einen Roman bieten sie also viel Potential. Daher habe ich mich sehr gefreut, als ich neulich auf einer Krimi-Empfehlungsliste einen Thriller entdeckte, der in einer Höhle im Odenwald spielt.

Ein blaues Leuchten am Zugang einer bisher verborgenen Höhle hat die Aufmerksamkeit einiger Hobbyforscher erregt. Angeblich ist hier ein großer Schatz verborgen, vielleicht sogar der Schatz der Nibelungen, so wird in einschlägigen Internet-Foren spekuliert. Da werden Begehrlichkeiten geweckt und schon machen sich die ersten Schatzsucher auf den Weg, um den Schatz zu heben. Nachdem ein verletzter Schatzsucher vor der Höhle aufgefunden wird, beschließt die örtliche Stadtverwaltung die Höhle zu versiegeln. Die blinde Höhlenforscherin Tia Traveen wird mit der Erschließung beauftragt. ...weiterlesen "Andreas Laudan: Das blaue Leuchten"

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Hörverlag
© Hörverlag

Manchmal passen Dinge einfach gut zusammen. Kürzlich las ich die Biografie des Mathematikers Grigori Perelman, der eines der größten Rätsel der Mathematik geknackt hat, nämlich die Poincaré-Vermutung. Zur selben Zeit wurde ich auf einen neuen Roman aufmerksam, bei dem es ebenfalls um eines der bedeutendsten Rätsel der Mathematik geht, und zwar um die Riemannsche Vermutung. So ein Zusammentreffen hat Konsequenzen, es heißt für mich: Das interessiert mich jetzt auch.

Schon lange habe ich darüber nachgedacht, hier auch Romane mit wissenschaftlicher Komponente vorzustellen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Denn das neue Buch von Matt Haig hat mich außerordentlich gut unterhalten und es hat etwas mit Wissenschaft zu tun. Das möchte ich Euch auf keinen Fall vorenthalten. ...weiterlesen "Matt Haig: Ich und die Menschen"