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Neun fantastische Bücher für junge Leser - das ist die Ausbeute bei den nominierten Wissensbüchern des Jahres in der Kategorie Perspektive. Sie sind alle empfehlenswert, nicht nur für Kinder. Auch erwachsene Leser können noch etwas lernen und werden Freude an diesen schön gestalteten Büchern haben. Die Bandbreite ist groß - da gibt es wahrhaft tierische Bücher, Bücher, die zu Experimenten verleiten und Bücher, die das Fernweh wecken. Die neun stelle ich hier in Kurzporträts vor. Passend zur Ferienzeit beginne ich mit drei Kinderbüchern rund um das Thema Reisen.

Bücher, die das Fernweh wecken!

Cover NordSüd
© NordSüd

1914 begab sich der Polarforscher Sir Ernest Shackleton mit seiner 26-köpfigen Mannschaft und 69 Hunden auf eine gefährliche Expedition, um zu Fuß die Antarktis zu durchqueren. Doch die Endurance, ihr Schiff, wurde im Packeis gefangen und zerbrach allmählich. Der britische Illustrator William Grill erzählt in seinem Bilderbuch Shackletons Reise, wie es Shackleton und seinen Männern trotz aller Widrigkeiten und Entbehrungen gelang zu überleben. In gedeckten Farben skizziert Grill das Schiff und die Ausrüstung, die Besatzungsmitglieder bei ihren Tätigkeiten und vor allem die raue Welt der Antarktis. Zarte Miniaturen, mit Buntstiften gezeichnet, zeigen lebendig die Etappen dieser gefährlichen Reise bis zur Rettung nach zwei harten Jahren. Auf den Doppelseiten zu Beginn der Kapitel dominieren die Farben weiß und blau und lassen uns eintauchen in eine abweisende Welt kalten Wassers und gefährlicher Eisschollen. Hier finden sich auch Karten mit der Expeditionsroute. In den Textpassagen wird deutlich, wie gut die Mannschaft dank ihres besonnenen Anführers zusammenhielt. Eine abenteuerliche Geschichte für Kinder ab 7 Jahren und ein echter Augenschmaus! ...weiterlesen "Kinderbuch-Trio mit Fernweh"

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Cover Goldstein Georg Forster
© Matthes & Seitz

Als 17jähriger ging Georg Forster mit James Cook auf eine dreijährige Reise rund um die Welt. Auf der Suche nach dem Südkontinent lernte er die Antarktis kennen, zeichnete, erforschte die Natur und begegnete verschiedenen Völkern der Südsee. Später unterstützte er die Mainzer Republik und starb im Alter von 39 Jahren im Pariser Exil. Wie wurde er vom Naturforscher zum Revolutionär? Und warum geriet er kurz nach seinem frühen Tod in Vergessenheit? Diesen Fragen geht der Philosophieprofessor Jürgen Goldstein in seiner lesenswerten Biografie Georg Forster - Zwischen Freiheit und Naturgewalt nach. Forster ist für ihn "der ungelesene Klassiker der deutschen Geistesgeschichte". Anhand vieler Werk- und Briefauszüge, die Goldstein klug interpretiert, gilt es diesen Klassiker wiederzuentdecken. ...weiterlesen "Jürgen Goldstein: Georg Forster – Zwischen Freiheit und Naturgewalt"

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Cover Barrie Sextant
© Mare Verlag

Im Zeitalter der Satellitennavigation hat er an Bedeutung verloren, doch einst war er unverzichtbar und rettete vielen Seefahrern das Leben – der Sextant. David Barrie setzt diesem nützlichen Instrument ein Denkmal. In seinem Buch beschreibt er, wie sich die Navigation auf hoher See im Laufe der letzten Jahrhunderte entwickelte und welche besondere Rolle der Sextant dabei spielte.

Die Neuzeit war die hohe Zeit der Forschungsreisen rund um den Erdball. Von Europa machten sich zahlreiche Entdecker auf, um unbekannte Ozeane und Kontinente zu erkunden. Meere und Küstenlinien wurden kartiert und die Informationen vergangener Expeditionen vervollständigt. Doch das Reisen über die Meere war gefährlich, denn oft war es unmöglich festzustellen, wo genau man sich überhaupt befand und in welcher Richtung das Ziel der Reise lag. ...weiterlesen "David Barrie: Sextant – Die Vermessung der Meere"

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Vorfreuden für Leseratten nenne ich meine Serie über kommende Neuheiten auf dem Sachbuchmarkt, die mich persönlich interessieren. Die dritte Folge handelt von Reisen, Klima und revolutionären Erkenntnissen. Schaut, was ich ausgegraben habe:

Neuerscheinungen aus der Geschichte

Sarnowsky Erkundung
© Beck

Mit Neugier, Entdeckerlust und großer Risikobereitschaft begaben sich europäische Reisende seit dem Ende des Mittelalters auf die Suche nach unbekannten Welten und fernen Kontinenten. Jürgen Sarnowsky stellt die berühmtesten von ihnen in seinem Buch Die Erkundung der Welt vor, darunter Kolumbus, Magellan und Alexander von Humboldt. Dazu hat er viele vergessene Reiseberichte herangezogen. Eine Geschichte der europäischen Entdeckungsreisen über fünf Jahrhunderte. ...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten III Herbst 2015"

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Cover Callado Tote im See
© Berenberg

Im Sommer 1925 verschwand der britische Offizier und Forschungsreisende Percy Harrison Fawcett in den Tiefen des brasilianischen Urwalds. Er war dort auf der Suche nach einer versunkenen Stadt, die schon viele Abenteurer angezogen hatte. Zahlreiche Expeditionen haben sich seitdem auf die Suche nach Fawcett und der geheimnisvollen Stadt gemacht. Doch alle Spuren verliefen im Sande.

Einer der Suchenden war der brasilianische Journalist Antonio Callado. 1952 reiste er mit Brian Fawcett, einem Sohn des Verschollenen, in den Regenwald, um den Fall neu aufzurollen. Sein ein Jahr später erschienener Reisebericht Der Tote im See schildert die abenteuerliche Suche nach Fawcett und seinen Begleitern. Das Buch gilt in Brasilien als Klassiker des literarischen Journalismus.
...weiterlesen "Antonio Callado: Der Tote im See"

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Parthas
© Parthas

Dem Historiker Andreas von Klewitz haben wir die Wiederentdeckung eines populärwissenschaftlichen Bestsellers aus dem Jahr 1900 zu verdanken. Es handelt sich um den Expeditionsbericht Aus den Tiefen des Weltmeeres von Carl Chun, einem Zoologen, der die erste deutsche Tiefsee-Expedition an Bord der Valdivia von 1898/1899 geleitet hat. Der vollständige Bericht umfasste mehr als 600 Seiten Text.

In der hier vorliegenden Nacherzählung, die sich als "Hommage" an die Expeditionsteilnehmer versteht, folgt Andreas von Klewitz der ursprünglichen Textgliederung anhand der Reiseroute und konzentriert sich dabei auf die allgemein verständlichen Aspekte des Reiseberichts. Wissenschaftliche Fachbegriffe und tiefergehende Informationen wurden also ausgespart.

Ein Großteil dieses Buches besteht aus den Originalzitaten des Expeditionsleiters Carl Chun, die hier geschickt aneinander gereiht und mit fantastischen Originalzeichnungen und Schwarzweißfotos ausgestattet sind. ...weiterlesen "Andreas von Klewitz: Carl Chun, die Valdivia und die Entdeckung der Tiefsee"

Der Kulturhistoriker Philipp Felsch lässt in seiner süffig geschriebenen Biografie das 19. Jahrhundert als eine Epoche des Umbruchs und der Entdeckungen lebendig werden.
© btb
© btb

Erfinden kann man den Nordpol natürlich nicht – aber die Suche nach diesem abstrakten Punkt forcieren. Das ist dem Kartografen August Petermann im 19. Jahrhundert gelungen, auch wenn er am Ende grandios gescheitert ist. Der Kulturhistoriker Philipp Felsch lässt in seiner süffig geschriebenen Biografie das 19. Jahrhundert als eine Epoche des Umbruchs und der Entdeckungen lebendig werden.
Da dieses Werk gerade als Taschenbuch neu aufgelegt wurde, habe ich beschlossen, es ein zweites Mal zu lesen. Und es hat sich wieder gelohnt! Wie schon beim ersten Mal 2010 habe ich es verschlungen und die leichte Ironie des Autors genossen. Nun aber zum Thema: ...weiterlesen "Philipp Felsch: Wie August Petermann den Nordpol erfand"

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Erst jetzt, 100 Jahre nach Wallace´ Tod, hat der Evolutionsbiologe und Wissenschaftsautor Matthias Glaubrecht die erste deutschsprachige Biografie über ihn verfasst und erklärt, wie es zu diesem Ansehensverlust kam und welcher Anteil ihm an der Evolutionstheorie zukommt.
Cover Glaubrecht
© Galiani

Der englische Naturforscher Alfred Russel Wallace ist hierzulande kaum bekannt. Viele haben sicher erstmals im Darwin-Jahr 2009 von ihm gehört, denn er hat zeitgleich mit Charles Darwin die Mechanismen der Evolution entdeckt und publiziert. Charles Darwin ist weltberühmt als Begründer der Evolutionstheorie. Alfred Russel Wallace hingegen ist fast vergessen. Erst jetzt, 100 Jahre nach Wallace´ Tod, hat der Evolutionsbiologe und Wissenschaftsautor Matthias Glaubrecht die erste deutschsprachige Biografie über ihn verfasst und erklärt, wie es zu diesem Ansehensverlust kam und welcher Anteil Wallace an der Evolutionstheorie zukommt. ...weiterlesen "Matthias Glaubrecht: Am Ende des Archipels – Alfred Russel Wallace"

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Es liegt nicht nur an diesem völlig verregneten und viel zu kalten Frühling, dass ich mich jetzt schon auf den Herbst freue. Der Grund sind vielmehr Hunderte von Verlagsvorschauen, die ich gerade durcharbeite auf der Suche nach elementaren Sachbüchern für das nächste Halbjahr.

Es liegt nicht nur an diesem völlig verregneten und viel zu kalten Frühling, dass ich mich jetzt schon auf den Herbst freue. Der Grund sind vielmehr Hunderte von Verlagsvorschauen, die ich gerade durcharbeite auf der Suche nach elementaren Sachbüchern für das nächste Halbjahr. Bis jetzt habe ich schon etwa dreißig Schätze entdeckt. Die interessantesten möchte ich hier in mehreren Teilen kurz porträtieren. Natürlich hoffe ich sie alle auch lesen und irgendwann ausführlich vorstellen zu können. ...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten I – 2013"