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Cover Accinelli Dominoeffekt
© S. Fischer Sauerländer

Spinnenseide ist äußerst elastisch und robust. Um mehr über ihre Eigenschaften herauszufinden, schickten Forscher der NASA 1973 die Spinnen Anita und Arabella ins Weltall. Sie wollten wissen, ob die Spinnen auch in der Schwerelosigkeit ihre Netze weben konnten – es gelang. Spinnenfäden inspirieren zu vielen technischen Anwendungen, zum Beispiel bei der Konstruktion von Brücken oder in Kleidung. Der Spinnenfaden hilft manchen Spinnenarten aber auch beim Überwinden großer Distanzen. Nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans auf der indonesischen Insel Krakatau im Jahr 1883 war sämtliches Leben auf der Insel vernichtet. Neun Monate später entdeckten Forscher das erste Lebewesen auf der Insel – eine Luftlandespinne. Die Spinne hatte einen langen Faden gesponnen, der vom Wind ergriffen wurde. Mit dem Wind ließ sich die Spinne auf die abgelegene Insel tragen. Diese Schwebetechnik nennt sich Ballooning.

...weiterlesen "Gianumberto Accinelli/Serena Viola: Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur"

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Es war wieder ein Jahr voll spannender Lektüren! Bücher, deren Erscheinen ich entgegen gefiebert hatte, Pflichtlektüren und unerwartete Entdeckungen. Wenige, die enttäuschten und viele, die mich bereichert haben. Besonders wertvoll sind für mich jene Bücher, die mir unbekannte Welten erschlossen, mir neue Denkanstöße gaben und noch lange nachwirken werden. Diese Lieblingsbücher möchte ich Euch besonders empfehlen:

Cover Wulf Alexander von Humboldt
© C. Bertelsmann

Lebendiger Blick auf einen großen Naturforscher Andrea Wulf gelingt es meisterhaft, die Persönlichkeit Alexander von Humboldts einzufangen. Schon beim ersten Hören des von Christian Baumann gelesenen Hörbuchs Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur war ich gebannt. Wulf zeigt ihn als rastlosen, wissbegierigen Menschen, der ...weiterlesen "Lieblingsbücher 2016"

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Lebenswelt Baum: voller Beziehungskisten

Cover Spohn Baeume
© Haupt

Ein Baum bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen. Dort tummeln sich Insekten auf der Suche nach Nahrung und einem Unterschlupf, Vögel, die sich von den Früchten des Baums ernähren, in ihm nisten und ihre Jungen großziehen, Moose und Flechte, die auf ihm wachsen, Pilze, die sein Wurzelwerk umhüllen oder durchdringen. Viele dieser Beziehungen verlaufen zum gegenseitigen Nutzen, andere schädigen den Baum. ...weiterlesen "Margot Spohn/Roland Spohn: Bäume und ihre Bewohner"

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Cover Boos Bienen
© Marzellus Boos

Die hektische Zeit im Jahr der Honigbienen ist vorbei, nun kehrt bald die Winterruhe ein. Wer hätte gedacht, dass eine Biene im Laufe ihres kurzen Lebens bis zu 800 Kilometer zurücklegt? Oder dass ein Bienenvolk bis zu 8 Millionen Blüten bestäubt – pro Tag? Dies und mehr erfahren wir in dem lesenswerten Buch Bienen – Die Seele des Sommers.

Marzellus Boos ist ein bestens informierter Hobbyimker, der alle Aspekte im Leben der Honigbienen flüssig und gut verständlich thematisiert. Wie viele Jobs gibt es in einem Bienenstaat? Wer hat das Sagen? Wie intelligent sind Honigbienen? Warum opfern sie sich bei Gefahr selbstlos für ihr Volk? Wie funktioniert das mit der Bestäubung? Was hat es mit dem Wundermittel Propolis auf sich? Und wie schaffen es die Bienen, den Winter zu überstehen? ...weiterlesen "Marzellus Boos: Bienen – Die Seele des Sommers"

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Cover Grill Schmetterlinge
© Matthes & Seitz

Seit ich Landbewohnerin bin, übe ich mich im Beobachten und Identifizieren von Schmetterlingen. Selbst meine frühere Abneigung gegen Motten hat sich inzwischen gelegt, so dass ich den flatterhaften Wesen, die sich abends an beleuchtete Fensterscheiben pressen, mit Neugier und Gelassenheit begegne. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ich zur passenden Lektüre griff: dem handlichen Büchlein Schmetterlinge von Andrea Grill, erschienen in der Naturkunden-Reihe von Matthes & Seitz.

Die österreichische Biologin und Schriftstellerin hat erst als Studentin im Rahmen eines Projekts ihre Liebe zu den Schmetterlingen entdeckt. Im Nationalpark Dadia im Norden Griechenlands quälte sich Andrea Grill monatelang mit der Bestimmung der vielen ihr unbekannten Insekten. Nach den Käfern sind Schmetterlinge die artenreichste Gruppe im Insektenreich mit mindestens 170.000 Arten. Etwa 70 lernte die Autorin bei ihrem Projekt kennen. Die Sympathie, die ihr die Arbeit mit den Schmetterlingen bei den Dorfbewohnern einbrachte, übertrug sich allmählich auf ihre Forschungsobjekte. Mittlerweile ist sie promovierte Expertin, vor allem für die Familie der Augenfalter. Besonders ist sie dem Sardischen Ochsenauge zugetan, das sie auf Sardinien und im Labor erforscht - ihr „wichtigster Arbeitgeber“, wie sie schreibt. In ihrem Buch erzählt sie von den Freuden und Mühen der Forschungsarbeit und den besonderen Eigenschaften der Schmetterlinge. ...weiterlesen "Andrea Grill: Schmetterlinge"

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Cover Anthropozaen-Kueche
© Springer

Wie ernähren wir uns im Anthropozän, dem von Menschen dominierten Erdzeitalter? Welche Konsequenzen hat unser moderner Lebensstil für die Umwelt? Kann die Ernährung auch in Zukunft sichergestellt werden? Antworten gibt es in dem ungewöhnlichen Comic Die Anthropozän-Küche. Dieses Buch ist das Ergebnis eines interdisziplinären Projekts an der Humboldt Universität Berlin, bei dem Forscher aus verschiedenen Bereichen unter Leitung des Geologen und Paläontologen Prof. Reinhold Leinfelder im Rahmen des Excellenzclusters Bild – Wissen – Gestaltung zusammengearbeitet haben. Zu den Herausgebern zählen außerdem die Mediendesignerin Alexandra Hamann, der Geologe Jens Kirstein und der Biologe und Politikwissenschaftler Marc Schleunitz.

Die Forschungsergebnisse des Projekts wurden in Bildgeschichten aus der Lebenswelt von zehn realen Personen auf fünf Kontinenten umgesetzt. So gewinnen wir Leser Einblicke in deren Alltag und Ernährungsgewohnheiten und lernen je ein Kochrezept mit typischen Zutaten wie Algen, Reis, Huhn oder Fisch kennen, aber auch ein Rezept mit Insekten ist dabei. Illustriert wurden die Geschichten von Künstlern aus den jeweiligen Ländern. ...weiterlesen "Die Anthropozän-Küche"

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Cover Goulson Insekten
© Hanser

Vor 400 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Insekten. Sie passten sich an die verschiedensten Lebensräume an und spezialisierten sich. Schon bald waren darunter die ersten Lebewesen, die fliegen konnten. Einige entwickelten die Fähigkeit zur Metamorphose, änderten also im Laufe ihres Lebens ihre Gestalt. Mittlerweile existieren Insekten in einer unglaublichen Vielfalt. Sie erfüllen wichtige Aufgaben als Bestäuber von Pflanzen, als Nahrung für andere Lebewesen, als Bodendurchlüfter und als Recyclingtruppe für tote Materie. Auch viele Schädlinge und Krankheitsüberträger sind unter ihnen. Doch obwohl es auf der Erde nur so von Insekten wimmelt – immerhin bilden sie die artenreichste Klasse im Tierreich - geben sie uns noch viele Rätsel auf. Der britische Insektenforscher Dave Goulson entschlüsselt in seinem gerade erschienenen Buch Wenn der Nagekäfer zweimal klopft einige ihrer Geheimnisse. ...weiterlesen "Dave Goulson: Wenn der Nagekäfer zweimal klopft"