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Suche nach dem Paradies

Das Dorf Malinalco könnte ein paradiesischer Ort sein – wenn nicht gerade die Kampfhähne des Nachbarn kurz nach Mitternacht mit ihrem stündlichen Krähen beginnen würden! Doch alles ist besser als das strapaziöse Großstadtleben.
Seit 2004 lebt der Autor und Sachbuch-Übersetzer Jürgen Neubauer in Mexiko. Nach einigen nervtötenden Jahren in Mexiko-Stadt zieht es ihn und seine Frau Lulú, eine Juristin, ins beschaulichere Malinalco. In seinem neuen Buch In Mexiko – Reise in ein magisches Land berichtet er von ihrem dortigen Aufenthalt mit Ausflügen in die Geschichte und Mythologie Mexikos, vor allem über das Volk der Mexica, besser bekannt als Azteken, und über die Malinalca, die sich von ihnen abspalteten. ...weiterlesen "Jürgen Neubauer: In Mexiko – Reise in ein magisches Land"

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Kürzlich stellte ich das Buch Wunderstoffe von Mark Miodownik vor, ein Buch über zehn bedeutsame Materialien, zu denen auch die Schokolade zählt. Im Buch habe ich viel über die Herstellung von Schokolade erfahren, aber nur wenig über ihren mexikanischen Ursprung. Daher habe ich den Übersetzer der Wunderstoffe, Jürgen Neubauer, um einen Gastbeitrag gebeten - und eine spontane Zusage erhalten!
Nach Stationen als Dozent in den USA und Sachbuchlektor beim Campus Verlag hat der promovierte Literaturwissenschaftler vor zwölf Jahren in Mexiko eine neue Heimat gefunden. Für renommierte deutschsprachige Verlage übersetzt er Sachbücher aus dem Englischen und Spanischen. In seinem bereits in zweiter Auflage erschienenen Buch Mexiko – ein Länderporträt und auf seinem Blog Aus Mexiko gibt Jürgen Neubauer lebendige Einblicke in die Geschichte, Kultur und Gegenwart Mexikos.
Sein Gastbeitrag zeigt uns, wie tief die Schokolade in der mexikanischen Kultur verwurzelt ist:

Mexiko, Land des Kakaos

n1_kakaoFröstelnd laufen wir durch die dunklen Straßen der barocken Altstadt von Querétaro. Es ist Dezember und wir frieren, wie man nur in den Tropen frieren kann. In einem Land ohne Heizung gibt es an solchen Tagen nur eine Möglichkeit, sich aufzuwärmen: ein heißes Getränk. Wir biegen in die Calle de Arteaga am Rand des Zentrums und sehen schon von Weitem eine Schlange von Vermummten auf der Straße. Aus einer offenen Tür fällt freundliches Licht auf den Gehsteig. In dem kleinen Raum hängt warmer Dampf, und es duftet nach Chili und undefinierbaren Süßigkeiten. Hinter großen Aluminiumtöpfen steht eine kleine Frau und strahlt mich an.

„Einen Kakao, bitte“, sage ich und reibe mir voller Vorfreude die Hände.

Mit einer großen Kelle fährt die Frau in einen ihrer dampfenden Töpfe, rührt ein wenig um, und gießt mir eine dicke braune Flüssigkeit in einen Styroporbecher. Und so beginnt meine allabendliche Kommunion mit der Geschichte Mexikos.

Die Olmeken: Die Erfinder des Kakaos

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