4

Cover Accinelli Dominoeffekt
© S. Fischer Sauerländer

Spinnenseide ist äußerst elastisch und robust. Um mehr über ihre Eigenschaften herauszufinden, schickten Forscher der NASA 1973 die Spinnen Anita und Arabella ins Weltall. Sie wollten wissen, ob die Spinnen auch in der Schwerelosigkeit ihre Netze weben konnten – es gelang. Spinnenfäden inspirieren zu vielen technischen Anwendungen, zum Beispiel bei der Konstruktion von Brücken oder in Kleidung. Der Spinnenfaden hilft manchen Spinnenarten aber auch beim Überwinden großer Distanzen. Nach dem gewaltigen Ausbruch des Vulkans auf der indonesischen Insel Krakatau im Jahr 1883 war sämtliches Leben auf der Insel vernichtet. Neun Monate später entdeckten Forscher das erste Lebewesen auf der Insel – eine Luftlandespinne. Die Spinne hatte einen langen Faden gesponnen, der vom Wind ergriffen wurde. Mit dem Wind ließ sich die Spinne auf die abgelegene Insel tragen. Diese Schwebetechnik nennt sich Ballooning.

...weiterlesen "Gianumberto Accinelli/Serena Viola: Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur"

10

Cover Hesse Platon Marilyn
 © Piper

Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder spannende Konstellationen zwischen besonders einflussreichen, klugen oder charismatischen Menschen. Welche Einstellungen hatten sie zu wichtigen Lebensfragen und welche Konsequenzen zogen sie daraus? Welche Lehren können wir heute daraus ziehen? Helge Hesse, Publizist und Autor von Bestsellern wie Hier stehe ich, ich kann nicht anders, hat in seinem neuen Buch Mit Platon und Marilyn im Zug 15 Begegnungen von der Antike bis zur Gegenwart untersucht. ...weiterlesen "Helge Hesse: Mit Platon und Marilyn im Zug"

18

Cover Haskell Leben des Waldes
© Kunstmann

Wie lässt sich das komplexe Ökosystem Wald am besten erforschen? Der Biologe David G. Haskell hatte eine grandiose Idee. Er konzentrierte sich ein Jahr lang auf einen Quadratmeter urtümlichen Wald im US-Bundesstaat Tennessee. Mit dem Fokus auf diese kleine Parzelle sollte es möglich sein, das große Ganze zu verstehen. Haskell nahm sich das tibetische Mandala zum Vorbild, einen Begriff, der für den Lauf des Lebens oder den ganzen Kosmos, aber auch für Erleuchtung steht.  In seinem Buch Das verborgene Leben des Waldes berichtet er von seinen Erlebnissen während dieser Zeit. Die ausgewählte Parzelle wird darin konsequent als Mandala bezeichnet, was zunächst irritiert, sich im Laufe der Lektüre aber als geeignete Metapher erweist.

Anhand seiner Beobachtungen erzählt Haskell, wie sich der Wald im Jahreszyklus verändert. Er beschreibt die Lebewesen in seiner Umgebung, das Wachstum der Blumen, am Boden kriechende Tiere, Vögel, die den Wald mit ihrem Gesang erfüllen, aber auch abgestorbene Materie wie das Totholz, das dem Wald als Lebensraum und Nährstoff dient oder die Flugsamen der Bäume, die im Wind tanzen. ...weiterlesen "David G. Haskell: Das verborgene Leben des Waldes"

8

Blogempfehlungen

GartentripSeit ich aufs Land gezogen bin, kann ich die Natur viel bewusster wahrnehmen als früher in der Stadt. Ich beobachte die Vögel und all das andere Getier in meinem Garten, sehe das Wachsen und Vergehen der Pflanzen im Jahresverlauf, spaziere durch Feld und Wald und genieße all die neuen Eindrücke in meiner Umgebung.

Die gewöhnlichsten Dinge faszinieren mich:
Selbst das Löwenzahn-Ausstechen im Rasen hat seine spannenden Seiten, nämlich die vielen Regenwürmer, die mir dabei begegnen.
Selbst die Blattläuse sind in ihrem Variantenreichtum irgendwie - interessant!
Selbst Dauerregen kann mich nicht erschüttern, weil die Wolken so schön geformt sind.

Kein Wunder, dass auch meine Lektüre von diesen Interessen geprägt ist. Umso dankbarer bin ich, wenn ich in anderen Blogs auf etwas stoße, was meine Neugier füttert! Meine Entdeckungen möchte ich Euch nicht vorenthalten!Naturtrip ...weiterlesen "Blogs auf dem Naturtrip"

12

Das Frühjahr ist eine ergiebige Zeit für die biologieinteressierte Leserschaft und bietet eine schöne Bandbreite an Neuheiten: über Mikroorganismen, Menschen, Tiere, Pflanzen.

Auch wenn es hier um Vorfreuden für Leseratten geht, konnte ich kein einziges neues Buch über die Spezies Rattus entdecken. Das Frühjahr ist dennoch eine ergiebige Zeit für die biologieinteressierte Leserschaft und bietet eine schöne Bandbreite an Neuheiten: über Mikroorganismen, Menschen, Tiere, Pflanzen.

Neuerscheinungen aus der Biologie:

Cover Lieberman KoerperDie Entwicklung des menschlichen Körpers im Laufe der Evolution ist das Forschungsgebiet des Paläoanthropologen Daniel E. Lieberman. Was ist aus unserem Steinzeiterbe geworden? Wir ernähren uns anders, wir haben weniger Bewegung, wir können Krankheiten besser heilen, leiden aber auch mehr unter chronischen Erkrankungen. In seinem Buch Unser Körper - Geschichte, Gegenwart, Zukunft untersucht Lieberman die Frage, ob wir uns immer noch im Prozess der Evolution befinden oder ob die Evolution durch mangelnde Notwendigkeit zum Stillstand gekommen ist. Hochinteressant! ...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten III – Frühjahr 2015"

11

Henderson porträtiert diese Monster und folgt ihren Spuren durch die Naturgeschichte und Kultur. Dieses Buch ist eine echte Wundertüte.
Cover Henderson Wahre Monster
© Matthes & Seitz

Im Gegensatz zu den Fabelwesen und mythischen Tieren eines mittelalterlichen Bestiariums oder den von Jorge Luis Borges in seinem Buch Einhorn, Sphinx und Salamander fantasierten Wesen sind in Caspar Hendersons Buch Wahre Monster nur Tiere zu finden, die der Realität entsprungen sind, so wie der Axolotl, der Dornteufel, das Käuzchen Xenoglaux, die Yeti-Krabbe oder der Mensch. Das Ziel des britischen Journalisten ist es, uns mit diesen wunderlichen Kreaturen vertrauter zu machen und den Blick für die von Menschen verursachten Veränderungen in deren Lebensraum zu schärfen. ...weiterlesen "Caspar Henderson: Wahre Monster – Ein unglaubliches Bestiarium"