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In der dritten Folge der Vorfreuden für Leseratten zeige ich Euch meine Fundstücke aus der Biologie. In den Sachbüchern geht es um

Tierische Spezialisten und Netzwerke der Natur

Cover Warnecke Winterschlaefer
© C.H. Beck

Was haben Igel, Lemuren, Fledermäuse und Beuteltiere gemeinsam? Sie alle halten Winterschlaf. ...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten III Herbst 2017"

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Der sinnlose Kampf gegen invasive Arten im 21. Jahrhundert

Cover Pearce Neuen Wilden
© oekom

Invasive Arten zerstören die Natur. Naturschützer halten daher den Kampf gegen fremde Tier- und Pflanzenarten für gerechtfertigt. Aber trifft das auch zu? Der britische Umweltjournalist Fred Pearce war einst selbst ein überzeugter Gegner sogenannter invasiver Arten. Im Laufe seiner langjährigen Recherchen hat er seine Meinung geändert. Heute plädiert er dafür, fremde Arten nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung für die heimische Natur zu betrachten. In seinem aktuellen Buch Die neuen Wilden erklärt er, wie sie in Zeiten des Klimawandels sogar zur Rettung der Natur beitragen können.

Ab wann gilt eine fremde Art als invasiv, als Gefahr für ein Ökosystem? Darüber herrscht keine Einigkeit. Das Missverständnis, das Pearce beklagt, beginnt schon mit dem Irrglauben, dass Ökosysteme perfekt austarierte, in sich geschlossene Systeme seien, die man konservieren sollte. ...weiterlesen "Fred Pearce: Die neuen Wilden"

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Cover Haskell Leben des Waldes
© Kunstmann

Wie lässt sich das komplexe Ökosystem Wald am besten erforschen? Der Biologe David G. Haskell hatte eine grandiose Idee. Er konzentrierte sich ein Jahr lang auf einen Quadratmeter urtümlichen Waldes im US-Bundesstaat Tennessee. Mit dem Fokus auf diese kleine Parzelle sollte es möglich sein, das große Ganze zu verstehen. Haskell nahm sich das tibetische Mandala zum Vorbild, einen Begriff, der für den Lauf des Lebens oder den ganzen Kosmos, aber auch für Erleuchtung steht.  In seinem Buch Das verborgene Leben des Waldes berichtet er von seinen Erlebnissen während dieser Zeit. Die ausgewählte Parzelle wird darin konsequent als Mandala bezeichnet, was zunächst irritiert, sich im Laufe der Lektüre aber als geeignete Metapher erweist.

Anhand seiner Beobachtungen erzählt Haskell, wie sich der Wald im Jahreszyklus verändert. Er beschreibt die Lebewesen in seiner Umgebung, das Wachstum der Blumen, am Boden kriechende Tiere, Vögel, die den Wald mit ihrem Gesang erfüllen, aber auch abgestorbene Materie wie das Totholz, das dem Wald als Lebensraum und Nährstoff dient oder die Flugsamen der Bäume, die im Wind tanzen. ...weiterlesen "David G. Haskell: Das verborgene Leben des Waldes"

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Im Laufe der Erdgeschichte gab es bereits mehrere Phasen, bei denen ein Großteil der Flora und Fauna ausstarb. Früher waren geologische Prozesse oder astronomische Ereignisse die Auslöser.

Normalerweise herrscht ein Mangel an neuen Büchern, die sich mit geowissenschaftlichen Themen beschäftigen. Doch diesmal ist alles anders. Ich habe sogar genug Bücher gefunden, um ihnen einen eigenen Beitrag zu widmen!

Neuerscheinungen aus der Geowissenschaft

Cover Gay UntergrundDer Boden unter unseren Füßen scheint fest und beständig zu sein, doch weit gefehlt. Seit der Entstehung vor Milliarden von Jahren verändert sich die Erde unablässig, von der Kruste bis tief hinunter zum Erdkern. Jutta Gay und Inga Menkhoff erzählen in ihrem reich bebilderten Buch Untergrund von der Entstehung der Erde und den Prozessen im Erdinneren, von den Lebewesen, die ihn besiedeln, von den Bodenschätzen und deren Nutzung durch den Menschen. Dort unten wurde das Recycling erfunden, aber nicht von uns! ...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten II – Frühjahr 2015"

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Henderson porträtiert diese Monster und folgt ihren Spuren durch die Naturgeschichte und Kultur. Dieses Buch ist eine echte Wundertüte.
Cover Henderson Wahre Monster
© Matthes & Seitz

Im Gegensatz zu den Fabelwesen und mythischen Tieren eines mittelalterlichen Bestiariums oder den von Jorge Luis Borges in seinem Buch Einhorn, Sphinx und Salamander fantasierten Wesen sind in Caspar Hendersons Buch Wahre Monster nur Tiere zu finden, die der Realität entsprungen sind, so wie der Axolotl, der Dornteufel, das Käuzchen Xenoglaux, die Yeti-Krabbe oder der Mensch. Das Ziel des britischen Journalisten ist es, uns mit diesen wunderlichen Kreaturen vertrauter zu machen und den Blick für die von Menschen verursachten Veränderungen in deren Lebensraum zu schärfen. ...weiterlesen "Caspar Henderson: Wahre Monster – Ein unglaubliches Bestiarium"

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In seinem brillant erzählten Werk Kolumbus` Erbe zeichnet Mann die Entwicklung von der Ankunft in Amerika bis zur globalisierten Gegenwart in all ihren Facetten nach.
Cover Mann, Kolumbus Erbe
© Rowohlt

Die Suche nach einer Handelsroute nach Indien führte den Seefahrer Christoph Kolumbus 1492 an die Küsten einiger karibischer Inseln. Nicht Indien, sondern Amerika war damit gefunden. Schon bald wurde auf Hispanola ein erster Stützpunkt gegründet. Kolumbus` Ankunft war der Beginn eines globalen Austauschs von Menschen, Tieren, Pflanzen, Handelsgütern und Krankheiten und wälzte überall auf der Welt die ökologischen und ökonomischen Verhältnisse um.

Der Historiker Alfred W. Crosby bezeichnete diesen Prozess 1972 als "Columbian Exchange". Mit diesem Begriff arbeitet auch der amerikanische Wissenschaftsautor Charles C. Mann. In seinem brillant erzählten Werk Kolumbus` Erbe zeichnet er die Entwicklung von der Ankunft in Amerika bis zur globalisierten Gegenwart in all ihren Facetten nach.

Die vielfältigen Entwicklungen, die mit dem Columbian Exchange verbunden sind, mündeten laut Charles Mann in ein neues biologisches Zeitalter: das Homogenozän, die Vermischung und Vereinheitlichung der Ökosysteme auf sämtlichen Kontinenten. Einige Aspekte aus diesem packenden Mammutwerk möchte ich kurz vorstellen. ...weiterlesen "Charles C. Mann: Kolumbus` Erbe"