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Cover Lowenhaupt Tsing Pilz
© Matthes & Seitz

Alles dreht sich um den Matsutake, einen der teuersten Speisepilze der Welt. Für die amerikanische Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing ist der Matsutake ein Sinnbild für die Zerstörungen, die der Mensch in den Landschaften der Erde angerichtet hat. Denn dieser Pilz wächst am besten in kontaminierten, nährstoffarmen Regionen. Nach dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima soll der Matsutake das erste gewesen sein, was dort gedieh. In ihrem Buch Der Pilz am Ende der Welt – Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus erkundet Tsing die Beziehungsgeflechte des Matsutake und seine kulturelle Bedeutung. Sie folgt den globalisierten Handelswegen des Pilzes, spricht mit Menschen, die ihn ernten, mit Forstexperten und Matsutake-Forschern. Das Buch basiert auf ihren Feldstudien von 2004 bis 2011 als Teil eines internationalen Forschungsprojekts, der Matsutake Worlds Research Group. ...weiterlesen "Beziehungsgeflechte zwischen Pilzen, Kiefern und Menschen"

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Das neue Jahr beschert uns interessante neue Sachbücher: Bücher zum Einsteigen in neue Themengebiete, Bücher zum Vertiefen des bereits Gelesenen, Bücher, die einen neuen Aspekt behandeln und natürlich solche, deren Cover einen magisch anziehen. Eine kleine Auswahl stelle ich euch wieder vor in meiner Serie Vorfreuden für Leseratten. In der ersten Folge geht es um Pflanzen, Holz, Pilze und Menschen - und deren Wurzeln. ...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten I Frühjahr 2018"

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Im letzten Teil der Vorfreuden für Leseratten stelle ich neue Bücher über die Flora und Fauna vor. Bei diesem Thema ist die Auswahl an interessanten Büchern für mich immer am größten. Wir treffen auf Schmarotzer, Symbionten und erstaunlich viele intelligente Lebensformen.

...weiterlesen "Vorfreuden für Leseratten III Frühjahr 2017"

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Lebenswelt Baum: voller Beziehungskisten

Cover Spohn Baeume
© Haupt

Ein Baum bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen. Dort tummeln sich Insekten auf der Suche nach Nahrung und einem Unterschlupf, Vögel, die sich von den Früchten des Baums ernähren, in ihm nisten und ihre Jungen großziehen, Moose und Flechte, die auf ihm wachsen, Pilze, die sein Wurzelwerk umhüllen oder durchdringen. Viele dieser Beziehungen verlaufen zum gegenseitigen Nutzen, andere schädigen den Baum. ...weiterlesen "Margot Spohn/Roland Spohn: Bäume und ihre Bewohner"

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Das war’s dann! Meine Kurzvorstellung der nominierten Wissensbücher des Jahres in der Kategorie Perspektive nähert sich dem Ende. Sechs wunderbare Bücher für junge Leser habe ich bereits in den letzten beiden Beiträgen vorgestellt: Bücher, die das Fernweh wecken und echt tierische Bücher. Heute geht es um Bücher zum Mitmachen und Ausprobieren. Jedes dieser Bücher ist auf seine Art gelungen!

Kinderbuch-Trio für Experimentierfreudige

Cover Macaulay Coole Kraefte
© Dorling Kindersley

Die kluge Maus Rüssel und ihr Freund Fred, das Faultier, langweilen sich im Zoo. Es ist Zeit auszubüxen! Dies ist der Aufhänger des Buches Coole Kräfte – So arbeiten einfache Maschinen von David Macaulay. Hier lernen Kinder ab 7 Jahren spielerisch, wie eine Kraft mithilfe einfacher Maschinen umgelenkt und damit eine schwere Arbeit erleichtert wird. Für ihre Fluchtversuche benutzen die beiden Freunde jene Maschinen, die allen technischen Geräten zugrunde liegen: schiefe Ebenen, Keile, Hebel, Rad und Achse, Flaschenzüge und Schrauben. (Alle Begriffe werden im Text und im Glossar erklärt.) Wie gelingt es ihnen, den hohen Zaun des Zoos zu überwinden? Indem sie eine schiefe Ebene auftürmen? Oder mit einem Brett eine Wippe bauen und die Hebelwirkung nutzen? Tja, leider geht bei den Fluchtversuchen ständig etwas schief. Doch Rüssel ist erfinderisch. Aus Beobachtung und Kombinationsgabe entwickelt die Maus ständig neue Maschinen. Das Cover des Buches ist mit beweglichen Zahnrädern versehen und zeigt, wie ein Getriebe funktioniert. Dieses Getriebe könnte einen Pfahl auf und ab bewegen und einen Tunnel graben. Ist das der Weg in die Freiheit? Leider nicht! Als letzten Versuch baut Rüssel eine Supermaschine, die alle beschriebenen Methoden kombiniert. Alles wird mit einfachen Worten und Skizzen erläutert. Ob den beiden diesmal die Flucht gelingt? Ein toller Einstieg in technische Zusammenhänge mit interaktiven Elementen! ...weiterlesen "Kinderbuch-Trio für Experimentierfreudige"

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Cover Haskell Leben des Waldes
© Kunstmann

Wie lässt sich das komplexe Ökosystem Wald am besten erforschen? Der Biologe David G. Haskell hatte eine grandiose Idee. Er konzentrierte sich ein Jahr lang auf einen Quadratmeter urtümlichen Waldes im US-Bundesstaat Tennessee. Mit dem Fokus auf diese kleine Parzelle sollte es möglich sein, das große Ganze zu verstehen. Haskell nahm sich das tibetische Mandala zum Vorbild, einen Begriff, der für den Lauf des Lebens oder den ganzen Kosmos, aber auch für Erleuchtung steht.  In seinem Buch Das verborgene Leben des Waldes berichtet er von seinen Erlebnissen während dieser Zeit. Die ausgewählte Parzelle wird darin konsequent als Mandala bezeichnet, was zunächst irritiert, sich im Laufe der Lektüre aber als geeignete Metapher erweist.

Anhand seiner Beobachtungen erzählt Haskell, wie sich der Wald im Jahreszyklus verändert. Er beschreibt die Lebewesen in seiner Umgebung, das Wachstum der Blumen, am Boden kriechende Tiere, Vögel, die den Wald mit ihrem Gesang erfüllen, aber auch abgestorbene Materie wie das Totholz, das dem Wald als Lebensraum und Nährstoff dient oder die Flugsamen der Bäume, die im Wind tanzen. ...weiterlesen "David G. Haskell: Das verborgene Leben des Waldes"

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Mit diesem Buch lenkt Monika Offenberger unseren Blick auf einen der zentralen Mechanismen der Natur. Der Autorin gelingt es sehr gut, die komplexe Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Spezies, die chemischen Prozesse in den Zellen sowie die Veränderungen im Laufe der Evolution zu erläutern.

Ein Sachbuch über die vielfältigen Formen der Zusammenarbeit in der Natur

Offenberger Symbiose
© dtv

Das World Wide Web kennt jeder, aber was ist mit dem viel größeren und viel älteren Wood Wide Web, dem Kommunikationsnetz, mit dem sich Bäume untereinander vor Schädlingen und Gefahren warnen? In diesem Buch habe ich zum ersten Mal davon erfahren und finde es absolut faszinierend! Die Bäume nutzen dazu die Partner, mit denen sie in enger Symbiose leben, nämlich Pilze. Der größte Teil dieses Netzwerks befindet sich im Erdreich, wo die Pilze mit ihrem feinen Wurzelwerk, dem Mycel, die Wurzeln der Bäume umschlingen und durchdringen. Dieses Mycel kann sich kilometerweit ausdehnen und auf chemischem Weg Botschaften übermitteln. Die Symbiose zwischen Bäumen und Pilzen besteht aus einem vielfältigen Austausch von Nährstoffen. Während die Pilze Phosphat und Stickstoff aus dem Boden lösen und an die Baumwurzeln abgeben, erhalten sie dafür Traubenzucker, den die Bäume durch Photosynthese herstellen - ein perfekter Tausch! ...weiterlesen "Monika Offenberger: Symbiose"