Vorfreuden für Leseratten II Frühjahr 2019

Nach ausgiebigen Recherchen in den Vorschauen der Buchverlage steht fest, dass uns auch in diesem Frühjahr eine Fülle spannender Sachbücher erwarten – juchhe! In der Serie Vorfreuden für Leseratten stelle ich wieder eine kleine Auswahl meiner Entdeckungen vor. Nach dem ersten Teil mit Wissensstoff für Kinder folgt nun der zweite und letzte Teil mit

Wissensstoff für Erwachsene

 

Wie haben Klima, Geologie und Landschaftsformen die menschliche Evolution vorangetrieben? Welchen Einfluss hatten die Naturgewalten auf unsere Zivilisation, auf Kunst, Technik und Architektur? Astrobiologe Lewis Dartnell stellt in seinem Buch Ursprünge – Wie die Erde uns erschaffen hat interessante Zusammenhänge her.

10 Pflanzen und Tiere, die die Geschichte der Menschheit prägten – und denen die Menschen wiederum ihren Stempel aufdrückten, stellt die Wissenschaftlerin und BBC-Moderatorin Alice Roberts in den Mittelpunkt ihres Buches Spiel des Lebens, darunter Mais und Kartoffeln, Hühner und Pferde. Ein faszinierender Ansatz!

Straßen, Flussläufe und Küsten dienten überall in Europa als Verbindungswege zwischen besiedelten Regionen. Der niederländische Schriftsteller Mathijs Deen greift in seinem Buch Über alte Wege die Schicksale einzelner Personen auf, die auf diesen geschichtsträchtigen Routen quer durch Europa reisten, darunter Pilger, Vertriebene und Eroberinnen. Sein Buch umspannt die Geschichte von den ersten Europäern bis ins 20. Jahrhundert.

Im September 1519 startete der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan mit fünf Schiffen zu einer Reise in den Pazifik, auf der Suche nach den Gewürzinseln. Der Historiker Christian Jostmann erzählt in Magellan oder Die erste Umsegelung der Erde die spannende Geschichte dieser Expedition voller Gefahren und Abenteuer – eine Reise, die für Magellan tödlich endete.

 

 

Arnulf Conradi, im Literaturbetrieb auch bekannt als Gründer des Berlin Verlags, ehemaliger Lektor beim Verlag S. Fischer und Geschäftsführer des Claassen Verlags, hat seit seiner Kindheit eine Leidenschaft: die Ornithologie. In seinem Buch Zen und die Kunst der Vogelbeobachtung teilt er seine Passion mit uns und nimmt uns mit in Landschaften, in denen die Magie der Vögel besonders gut erlebbar ist.

Was können wir tun gegen das massive Insektensterben? Am besten bei uns zuhause anfangen! Dave Goulson, Wildbienenexperte und Bestseller-Autor, darunter Wenn der Nagekäfer zweimal klopft, gibt in seinem neuen Buch Wildlife Gardening konkrete Tipps zum klimaneutralen und insektenfreundlichen Gärtnern. Gute Ernten erzielen ohne Insektizide, eine Wildblumenwiese anlegen, regionale Arten bevorzugen und vieles mehr, das erhöht die Artenvielfalt im Garten.
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Kuriose Pflanzen, die unsere Fantasie anregen, Schönheiten, die Künstler und Literaten animierten, Blühpflanzen, Nutzpflanzen, Bäume – sie sind das Thema des Buches Das Varieté der Pflanzen. Der Autor Richard Mabey gilt als Neubegründer des englischen Nature Writings und verbindet die Kultur- und Naturgeschichte der Pflanzen miteinander. Es ist Zeit, ihn endlich kennenzulernen!

Der Mond fasziniert die Menschen schon seit Urzeiten. Wir beobachten seinen Auf- und Untergang und nehmen seinen Einfluss auf die Gezeiten wahr. Der Astrophysiker Ben Moore geht in seinem Buch Mond – Eine Biografie nicht nur auf dessen Entstehung ein, sondern auch auf die Bedeutung des Mondes in unserer Kultur, die erste Mondlandung vor fünfzig Jahren und Aktuelles aus der Forschung.

 

 

Immer mehr Tier- und Pflanzenarten verschwinden, denn unsere menschliche Lebensweise zerstört ihre Lebensräume. Matthias Glaubrecht, Evolutionsbiologe und Professor für Biodiversität, beschreibt, wie es so weit kommen konnte und wirft einen Blick in unsere Zukunft. Sein Buch Das Ende der Evolution ist eine eindringliche Warnung zur Umkehr! Ich schätze Glaubrecht als Autor des Buches Am Ende des Archipels, einer Biografie über Alfred Russel Wallace, und bin sehr gespannt auf das neue Werk!

In vielen Naturkundemuseen schlummern noch unentdeckte Schätze – bisher unbekannte Arten, viele sind mittlerweile ausgestorben. Christopher Kemp erzählt in seinem Buch Die verlorenen Arten – Große Expeditionen in die Sammlungen naturkundlicher Museen die Geschichten einzelner wertvoller Objekte. Wichtig ist ihre Bewahrung und Erforschung, macht der Autor deutlich. Denn sie helfen beim Verständnis ökologischer Beziehungen und der Artenvielfalt.

Pessimismus macht sich breit, denn die Zustände werden immer bedrückender: Klimawandel, Terrorismus, bedrohte Demokratien, Epidemien … Doch halt! Der amerikanische Publizist Gregg Easterbrook erklärt in seinem Buch Warum die Welt einfach nicht untergeht, warum wir dennoch mit Optimismus in die Zukunft blicken können. Da bin ich gespannt!

Wie gelingt es den Menschen, friedlich miteinander auszukommen? Sich in fremden Territorien gefahrlos aufzuhalten? Warum schließen sich Menschen zu großen, völkerübergreifenden Gemeinschaften zusammen? Und wie hat sich unsere heutige Weltgemeinschaft entwickelt? Diese Fragen hat der Biologe Mark W. Moffett in seinem Buch Was uns zusammenhält – Eine Naturgeschichte der Gesellschaft untersucht.

 

 

Atmen ist scheinbar ganz einfach. Wir alle tun es seit unserer Geburt. Der Atem kann bewusst kontrolliert  werden und uns zu besonderen Leistungen befähigen. Doch bei Krankheiten und unter Stress funktioniert nicht alles optimal.  Wir bekommen nicht genug Luft. Jessica Braun untersucht in ihrem Buch Atmen die vielen Facetten des Atmens und leitet uns zum richtigen und bewussten Atmen an.
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Wie erträgt der menschliche Körper Bedingungen, an die er nicht angepasst ist, zum Beispiel extreme Hitze oder Kälte, extreme Druckverhältnisse unter Wasser oder die feindliche Strahlung im Weltall? Wie bewältigt unser Körper den Klimawandel? Weltraummediziner Hanns-Christian Gunga klärt uns in seinem Buch Am Tag zu heiß und nachts zu hell auf.

Dürreperioden, heftige Stürme, gewaltige Überschwemmungen – wieviel Klimawandel steckt im Wetter? Die Physikerin Friederike Otto ist Mitbegründerin eines neuen Feldes der Klimaforschung: der Attribution Science oder auch Zuordnungswissenschaft, die genau solche Dinge berechnet. In ihrem Buch Wütendes Wetter erläutert sie ihre Arbeit und erklärt an konkreten Beispielen, wann der Klimawandel verantwortlich war und welche Extreme als normale Wetterereignisse gelten.
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Wir denken, also bin ich: schon im Buchtitel kommt das Entscheidende zum Ausdruck – dass unser Denken und Wissen nicht nur aus uns selbst kommt, sondern unter dem Einfluss der Anderen steht. Zugleich verstehen wir viele Dinge gar nicht, erliegen aber der Wissensillusion, uns auszukennen. Wie können wir unter diesen Umständen überleben? Steven Sloman und Philip Fernbach schlüsseln die komplexen Lernprozesse zwischen Gehirn und unserer Umwelt auf.

Das war Folge II mit dem Wissensstoff für Erwachsene. Alle Bücher können natürlich jetzt schon im Buchhandel vorbestellt werden. Mit Vorfreude warte ich auf das Erscheinen der Bücher und bin gespannt, ob sie halten, was sie versprechen!

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8 Kommentare

  1. Auf den Magellan bin ich ja mal gespannt. Die Magellan-Biografie von Stefan Zweig ist zwar ein großartiges Buch, aber eben Belletristik. Und es ist achtzig Jahre alt. Ich denke, seitdem wird es einige neue Erkenntnisse gegeben haben. Ist vorgemerkt.

    Weißt du schon, ob du es hier vorstellen wirst?

    • Ich bin schon sehr interessiert! Der Beck Verlag bezeichnet es in seiner Vorschau als “rasant erzählt” und “Lesevergnügen pur”! Zur Einstimmung habe ich mir das Buch von Stefan Zweig besorgt, das dir ja offensichtlich gefallen hat :-)

  2. Es ist eins meiner Lieblingsbücher. Ich liebe die mitreißende Art, in der er seine historischen Miniaturen erzählt (wobei aus dem Magellan ein ganzer Roman geworden ist). Wünsche viel Spaß beim Lesen!

  3. Mei, das sind diesmal aber wirklich hochinteressante Bücher! “Magellan”, natürlich, auch wegen Zweig. “Über alte Wege” klingt sehr spannend, ich habe in letzter Zeit viele Bücher über das Gehen (und Reisen) gelesen, und das ausgesprochen originell. Oder “Spiel des Lebens” — Mais finde ich immer interessant, aber auch wegen der neun anderen Arten. Auffällig: Es gibt immer mehr systemische Ansätze, aber es ist auch jedes Jahr mehr Untergang, oder?

    • Zum Thema Gehen und Reisen könnte ich noch mehr vertragen, habe in letzter Zeit allerdings Bücher gelesen, die nicht so recht überzeugten. Wenn du also Tipps hast, bin ich interessiert! Tja, und die Untergangsbücher werden zwangsläufig zunehmen. Ich entdecke aber auch Bücher, die Optimismus verbreiten. Neben dem erwähnten Buch von Gregg Easterbrook ist mir das Buch von Harald Welzer aufgefallen: Alles könnte anders sein. Solch positive Visionen brauchen wir, denke ich, ganz dringend, um nicht irgendwann den Kopf in den Sand zu stecken.
      Liebe Grüße nach Mexiko!

  4. Ein Standardwerk ist ja “Reisen im Mittelalter” von Norbert Ohler. Ist schon etwas älter (1986) aber auf jeden Fall lesenswert für Reise-Fans.

  5. Da ist wieder jede Menge für mich dabei! Ganz lieben Dank fürs Durchwühlen der Vorschauen :)

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