Wissensbuch des Jahres 2015 – Die Gewinner

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© bild der wissenschaft

Die sechs besten Wissensbücher des Jahres stehen fest! Dieser Wettbewerb wurde zum 23. Mal von der Zeitschrift bild der wissenschaft veranstaltet. In diesem Jahr standen 71 Bücher, verteilt auf sechs Kategorien, zur Wahl. Durch die Fülle von lesenswerten Büchern war es nicht leicht für die Jury, eine Entscheidung zu treffen. Doch am Ende gibt es würdige Sieger. Außer der elfköpfigen Fachjury, der ich in diesem Jahr angehöre, hat auch das Publikum als zwölftes Jurymitglied abgestimmt. Auf der Website wissenschaft.de und im Dezemberheft von bild der wissenschaft sind die ausführlichen Rezensionen zu den Wissensbüchern des Jahres zu lesen. Hier bei mir findet Ihr wieder eine knappe Übersicht zu den Gewinnern in den sechs Kategorien.

Wissensbuch des Jahres 2015 – Die Gewinner:

Cover Kolbert Sterben

© Suhrkamp

ZÜNDSTOFF In der Vergangenheit haben immer wieder Naturkatastrophen zu einem massenhaften Aussterben von Tier- und Pflanzenarten geführt. Seit die Spezies Mensch auf den Plan getreten ist, hat sich die Aussterberate vervielfacht. Die Wissenschaftsjournalistin Elizabeth Kolbert reiste rund um die Welt, um sich vor Ort ein Bild von der Situation bedrohter Arten zu machen. In ihrer spannenden Reportage Das sechste Sterben, die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, erläutert sie die komplexen Zusammenhänge und thematisiert die Verantwortung der Menschheit für das gegenwärtige Massenaussterben. Meine Begründung als Jury-Mitglied findet Ihr auf der Website von bild der wissenschaft.

Das Buch Die Grenzen der Erde von Wolfgang Jacoby und Oliver Schwarz hat beim Publikum gepunktet. Die Autoren setzen sich kritisch mit den begrenzten Rohstoffvorräten der Erde und ihrem verschwenderischen Verbrauch auseinander.

 

Cover Natterson Wir sind Tier

© Knaus

ÜBERRASCHUNG Herzerkrankungen, Krebs, Depressionen, sexuelle Probleme, Sucht, Infektionen  – Menschen und Tiere leiden an den gleichen Krankheiten. Dies ist die Folge einer gemeinsamen evolutionären Vergangenheit! Die Herzspezialistin Barbara Natterson-Horowitz und die Journalistin Kathryn Bowers setzen sich in ihrem Buch Wir sind Tier  für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Human- und Tiermedizinern ein. Ihr Buch öffnet die Augen für die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Tier und bietet eine Perspektive auf verbesserte Behandlungsmöglichkeiten. Rezension im Blog

Auf dem 2. Platz der Gesamtwertung, aber das Lieblingsbuch des Publikums ist Leonie Hellmayrs spannendes Buch Unter dem Asphalt über Archäologie und Geschichte der Unterwelt berühmter Metropolen.

 

Cover Pollan Kochen

© Kunstmann

ÜBERBLICK Hier gewann das Buch Kochen – Eine Naturgeschichte der Transformation von Michael Pollan. Er beschreibt die Umwandlung von Pflanzen und Tieren in Nahrung durch die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Eine ungewöhnliche Idee! Michael Pollan erklärt sehr unterhaltsam, wie sich Lebensmittel durch Kochen, Backen, Fermentieren und andere Techniken verändern. Er hat alles ausprobiert und ist bei Köchen, Bäckern und einer Nonne in die Lehre gegangen, um die beste Zubereitung verschiedener Speisen zu erlernen. Faszinierend, welche chemischen Prozesse dabei ablaufen!

Dem Publikum gefiel am besten das insgesamt zweitplatzierte Buch Orthopädie für Patienten von Christoph Klein, ein umfängliches, allgemein verständliches Nachschlagewerk über die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates.

 

Cover Henderson Wahre Monster

© Matthes & Seitz

ÄSTHETIK Das Buch Wahre Monster von Caspar Henderson besticht nicht nur durch seine wunderschöne Aufmachung, die typisch ist für die Bände der Naturkunden-Reihe vom Verlag Matthes & Seitz. In seinem Bestiarium präsentiert Henderson 27 seltsame Lebewesen und folgt ihren Spuren durch die Naturgeschichte und Kultur. Das wahre Monster ist jedoch der Mensch, der den Lebensraum dieser Wesen bedroht! Rezension im Blog

Bei den Lesern kam der Bildband In den Tiefen des Ozeans von Susan Middleton am besten an. Sie hat die bizarre Schönheit wirbelloser Tiere in ihren Fotos eingefangen.

 

Cover Weir Marsianer

© Heyne

UNTERHALTUNG Dem Amerikaner Andy Weir gelingt es mit seinem spannenden Roman Der Marsianer, das Überleben eines gestrandeten Astronauten auf dem Mars packend und auch noch wissenschaftlich überzeugend darzustellen. Kartoffelanbau, Aufbereitung von Wasser, Kontaktaufnahme zur Erde und eine Fülle weiterer Probleme konnte der clevere Astronaut bewältigen. Inzwischen ist das Buch um die Rettung von Mark Watney auch von Ridley Scott verfilmt worden, aber das Buch ist wegen der detaillierten Beschreibungen um Klassen besser!

Der Roman Der Circle über eine total vernetzte Welt von Dave Eggers ist der Favorit des Publikums und gelangte dadurch auf den 3. Platz der unterhaltsamen Wissensbücher.

 

Cover Letherland Atlas der Abenteuer

© Kleine Gestalten

PERSPEKTIVE Bei den Büchern für junge Leser hat sich der Atlas der Abenteuer von Lucy Letherland durchgesetzt. Auf einer Weltreise rund um die Erde lernen Wissbegierige ab 6 Jahren viele Länder und Städte, spektakuläre Naturwunder und fremde Kulturen kennen. Mein Highlight sind die Monarchfalter in Zentralmexiko. Farbenprächtig und informativ!

Aber auch das Buch, das die Leser favorisieren, lohnt sich! Irgendwo in der Tiefe gibt es ein Licht von Andreas Pflitsch und Dirk Steinhöfel ist ein tolles Buch über Höhlenforschung, verpackt in die Geschichte zweier Geschwister, die ihren Großvater in Amerika besuchen und mit ihm ein Abenteuer erleben.

Wenn Wissen so kompetent und unterhaltsam präsentiert wird wie bei den Wissensbüchern des Jahres, macht es Spaß, etwas dazuzulernen. Allen Gewinnern gratuliere ich ganz herzlich!
Durch die Mitarbeit in der Jury hatte ich die Gelegenheit, alle vorgeschlagenen Bücher zu lesen. Ich bin beeindruckt vom Engagement und der Begeisterung, die die Autoren in ihren Werken vermitteln konnten. Einige der Bücher werde ich im Blog vorstellen. Alle nominierten Wissensbücher 2015 findet Ihr in meinem früheren Beitrag. Es lohnt, sich von der Vielfalt inspirieren zu lassen. Schließlich ist bald Weihnachten!

 

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11 Kommentare

  1. Naturwissenschaften sind ja nicht gerade “mein Ding”. Unter den Gewinnern sind allerdings einige Titel, die selbst mich interessiert hinschauen lassen. Es fängt schon mit den ersten beiden Büchern an…

    • … und setzt sich doch sicher mit dem dritten, vierten, fünften und sechsten fort;-) Die Bücher haben ja auch nicht unbedingt naturwissenschaftliche Schwerpunkte. Sie betreffen Dinge, die uns alle angehen wie Medizin, Erderwärmung, Kochen. Und sie sind alle wirklich gut geschrieben!

  2. Also das Buch “Wahre Monster” ist mir auch schon ein paar Mal untergekommen. Das macht schon echt was her und das Thema hört sich auch ausgefallen und spannend an. Ich mag es, wenn Buchkunst auf außergewöhnlichen Inhalt trifft.

    Eine interessante Liste auf jeden Fall!

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Das Monster-Buch ist wirklich exquisit aufgemacht. Wie du meiner Rezension entnehmen kannst, hat es mir auch der Inhalt sehr gut gefallen!

  3. “Wir sind Tier” liest sich auch recht interessant…hast Du es schon besprochen? LG Birgit

  4. “Das sechste Sterben” war grandios – mit einer wichtigen Botschaft und zugleich informativ und unterhaltsam. “Der Marsianer” würde ich gern noch lesen, auch die Monster könnten mir gefallen.

  5. Pingback:Barbara Natterson-Horowitz/Kathryn Bowers: Wir sind Tier – Elementares Lesen

  6. Pingback:Elizabeth Kolbert: Das sechste Sterben – Elementares Lesen

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