Clifford A. Pickover: Das Mathebuch

(c) Bielo

© Bielo

Die Mathematik zählt nicht zu meinen Stärken, aber aufgrund ihrer tiefen Verankerung in fast allen Lebensbereichen komme ich um sie nicht herum, werde immer wieder mit Zahlen, Statistiken und Algorithmen konfrontiert. Welch ein Glück, dass ich dieses wunderbare Nachschlagewerk von Clifford Pickover über die 250 Meilensteine der Mathematik gefunden habe: das Mathebuch. Pickover ist ein extrem produktiver Autor und hat mehr als 40 Sachbücher über Mathematik und die Naturwissenschaften veröffentlicht.
In seinem neuesten Werk öffnet er den Blick für die Nützlichkeit der Mathematik, aber das ist noch nicht alles:

Die Mathematik kann dabei helfen, die Farben des Sonnenuntergangs zu erklären oder die Architektur unseres Gehirns. Die Mathematik hilft uns, Überschallflugzeuge und Achterbahnen zu bauen, den Verbrauch der natürlichen Erdrohstoffe zu simulieren, die subatomaren Teilchen zu erforschen und sich weit entfernte Galaxien vorzustellen. Die Mathematik hat die Art und Weise, wie wir den Kosmos sehen, verändert.

Hier sind die berühmtesten Rätsel und Erkenntnisse aus der Geschichte der Mathematik versammelt: die Zahl Pi, Fermats letztes Theorem, die Keplersche Vermutung, der Satz von Pythagoras, berühmte Manuskripte wie das Rhind-Papyrus und vieles mehr.

Das Buch ist chronologisch aufgebaut: Es beginnt vor 150 Millionen Jahren mit Ameisen, die erstaunlicherweise in der Lage sind, ihre Schritte zu zählen, um Entfernungen zu berechnen und endet 2007 mit Max Tegmarks These, dass das gesamte Universum aus Mathematik besteht. Jedem Thema ist eine Doppelseite gewidmet: auf der einen Seite der mathematische Meilenstein, gegenüberliegend ein Foto oder eine fantastische Computergrafik, um das Thema zu illustrieren.

Man schlägt etwas nach, entdeckt beim Blättern eine interessante Abbildung (z.B. Napiersche Rechenstäbchen) oder eine seltsame Überschrift (z.B. das Küstenlinien-Paradox), wird neugierig und schon steckt man beim nächsten Artikel fest. Dabei geht es nicht so sehr um die Berechnungen an sich, sondern vielmehr um den Wert, den eine mathematische Entdeckung für die Menschen hat, um den historischen Kontext einer mathematischen Erkenntnis oder um ihren Entdecker. Das ganze ist eine faszinierende Geschichtensammlung, aber mit einem ausführlichen Register und vielen Querverweisen.

  • Wer hätte gedacht, dass das Spiel Tic Tac Toe sich bis in die Zeit um 1.300 Jahren v.Chr. zurückdatieren lässt?
  • Was verbirgt sich hinter dem geheimnisvollen Wort Tesserakt? Es steht für eine Art Würfel, aber mit 4 statt 3 Dimensionen.
  • Was ist das besondere am Möbius-Band? Es hat nur eine Seite und kein Oben oder Unten!

Dieses Buch ist eine echte Fundgrube mit Schmökerpotential. Es ist in der Lage, uns die Schönheit der Mathematik nahe zu bringen. Es bringt uns zum Staunen. Ach, so könnte ich noch endlos weiterschwärmen – und das bei einem MATHEBUCH!

Clifford A. Pickover: Das Mathebuch
Aus dem Englischen von Ursula Fethke und Klaus Kramp
Bielo Verlag 2013
ISBN 978-90-8998-280-3
erhältlich bei der Buchhandlung meines Vertrauens

0 Kommentare

  1. Pingback:Der Sonntagsleser KW #7 – Februar 2014 | Lesen macht glücklich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.