Beziehungsgeflechte zwischen Pilzen, Kiefern und Menschen

Alles dreht sich um den Matsutake, einen der teuersten Speisepilze der Welt. Für die amerikanische Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing ist der Matsutake ein Sinnbild für die Zerstörungen, die der Mensch in den Landschaften der Erde angerichtet hat. Denn dieser Pilz wächst am besten in kontaminierten, nährstoffarmen Regionen. Nach dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima soll der Matsutake das erste gewesen sein, was dort gedieh. In ihrem Buch Der Pilz am Ende…

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Vorfreuden für Leseratten IV Frühjahr 2018

Das kommende Frühjahr ist bunt gespickt mit interessanten neuen Sachbüchern. Einige habe ich in drei Folgen bereits vorgestellt. Den Abschluss meiner Serie Vorfreuden für Leseratten bilden Sachbücher unter dem Motto Lebenswelten: IV Lebenswelten Immer mehr Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Der Artenreichtum sinkt. Der Biologe und Sachbuchautor Ewald Weber erklärt uns in seinem Buch Biodiversität – Warum wir ohne Vielfalt nicht leben können die komplexen Zusammenhänge:

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Susanne Dohrn: Das Ende der Natur

Wer kennt noch die Mohn-Mauerbiene, den Lämmersalat oder die Bekassine? Diese Arten waren einst weit verbreitet in deutschen Kulturlandschaften. Mittlerweile sind sie hier vom Aussterben bedroht. In ihrem aufschlussreichen Buch Das Ende der Natur – Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür zeigt die Journalistin und promovierte Historikerin Susanne Dohrn, wie die Intensivierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten zu einem dramatischen Verlust der Artenvielfalt führte.

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Gianumberto Accinelli/Serena Viola: Der Dominoeffekt oder Die unsichtbaren Fäden der Natur

Spinnenseide ist äußerst elastisch und robust. Um mehr über ihre Eigenschaften herauszufinden, schickten Forscher der NASA 1973 die Spinnen Anita und Arabella ins Weltall. Sie wollten wissen, ob die Spinnen auch in der Schwerelosigkeit ihre Netze weben konnten – es gelang. Spinnenfäden inspirieren zu vielen technischen Anwendungen, zum Beispiel bei der Konstruktion von Brücken oder in Kleidung. Der Spinnenfaden hilft manchen Spinnenarten aber auch beim Überwinden großer Distanzen. Nach dem gewaltigen…

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Johann Brandstetter/Josef H. Reichholf: Symbiosen

Das Erdbeerfröschchen ist fleißig! Mehrmals täglich klettert es hoch auf einen Baum im tropischen Regenwald. Sein Ziel sind die ganz oben wachsenden Bromelien. Einzeln trägt es seine frisch geschlüpften Kaulquappen zum Wasser, das sich zwischen den trichterförmigen Blättern der Bromelien gesammelt hat. Dann bringt es unbefruchtete Eier als Nahrung für den Nachwuchs hinauf – und das bis zu zehn Wochen lang! Was für ein Aufwand, um den Gefahren am Erdboden…

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Ewald Weber: Der Fisch, der lieber eine Alge wäre

In den Überschwemmungsgebieten des Amazonas in Südamerika stehen die Bäume monatelang unter Wasser. Wenn die Früchte dieser Bäume reif sind, fallen sie ins Wasser, wo sie schon von hungrigen Fischen erwartet werden. Die Fische verdauen die Samen und scheiden sie an anderer Stelle wieder aus. Wenn das Wasser sich zurückzieht, können sie keimen. So etwas nennt man Verdauungsverbreitung. Die klassischen Partner dafür sind Vögel, aber die Natur hat auch andere…

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Fred Pearce: Die neuen Wilden

Der sinnlose Kampf gegen invasive Arten im 21. Jahrhundert Invasive Arten zerstören die Natur. Naturschützer halten daher den Kampf gegen fremde Tier- und Pflanzenarten für gerechtfertigt. Aber trifft das auch zu? Der britische Umweltjournalist Fred Pearce war einst selbst ein überzeugter Gegner sogenannter invasiver Arten. Im Laufe seiner langjährigen Recherchen hat er seine Meinung geändert. Heute plädiert er dafür, fremde Arten nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung für die heimische…

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Dave Goulson: Wenn der Nagekäfer zweimal klopft

Vor 400 Millionen Jahren entwickelten sich auf der Erde die ersten Insekten. Sie passten sich an die verschiedensten Lebensräume an und spezialisierten sich. Schon bald waren darunter die ersten Lebewesen, die fliegen konnten. Einige entwickelten die Fähigkeit zur Metamorphose, änderten also im Laufe ihres Lebens ihre Gestalt. Mittlerweile existieren Insekten in einer unglaublichen Vielfalt. Sie erfüllen wichtige Aufgaben als Bestäuber von Pflanzen, als Nahrung für andere Lebewesen, als Bodendurchlüfter und als Recyclingtruppe…

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