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Abseits der ausgetretenen Pfade

Insel
© Insel

Eine Zeit der rasanten Veränderungen, des radikal Neuen und das Ende vieler Gewissheiten – dies und mehr war das 20. Jahrhundert. Die wichtigsten Entwicklungen und einige Protagonisten jener Zeit stellt der Journalist und Buchautor John Higgs in seinem Buch Alles ist relativ und anything goes vor (der Originaltitel lautet Stranger Than We Can Imagine). Er konzentriert sich vor allem auf die Wissenschaft, die Kunst, die Literatur und die Psychologie, denn er sucht nach dem Unkonventionellen abseits der ausgetretenen Pfade der politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse.
In seinem Buch legt der Brite seine originelle Sichtweise über das letzte Jahrhundert dar und verblüfft durch interessante Querverbindungen zwischen den einzelnen Bereichen.

Relativität und das Jahrhundert des Individuums

Im Gegensatz zu früheren Zeiten gibt es laut Higgs keinen Omphalos mehr. Dieser Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet Mittelpunkt der Welt oder auch Nabel des Geschehens - ein Ort, eine Sichtweise oder auch eine Person, die Halt und Orientierung bietet. Doch die gewohnte Perspektive ging auf vielen Ebenen verloren. ...Weiterlesen John Higgs: Alles ist relativ und anything goes

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Cover Grasset Giraffentheater
© Wagenbach

Sechs Monate hat der Evolutionsbiologe Léo Grasset im Hwange-Nationalpark von Simbabwe verbracht, um Feldforschung zu betreiben. In seinem witzig geschriebenen Buch Giraffentheater erzählt der junge Franzose von Erlebnissen und Erkenntnissen aus dieser Zeit. Nun könnte man meinen, dass über die afrikanische Tierwelt schon alles gesagt sei. Doch Grasset belehrt uns eines Besseren. In fünfzehn Kapiteln, die auf Blogbeiträgen für Freunde basieren, erklärt er, welche Rätsel uns die Evolution und das Verhalten von Tieren noch immer aufgeben. Außerdem geht er auf die Jahrtausende alte Koexistenz von Menschen und Tieren in der Savanne ein. So erhalten wir einen Überblick über die Vielfalt und den neuesten Stand der Tierforschung in Afrika. Alles schon bekannt? Auf keinen Fall!

"Gelangweilt schalten Sie die x-te Reportage über die Tierwelt der afrikanischen Savannen aus. Immer derselbe Kram: der Gepard im schnellen Lauf, die Gazelle, die mit weiten Sprüngen dem Raubtier zu entkommen versucht, die gelben, trockenen Gräser als Dekor. Ihre Meinung steht fest: Von den Gazellen und Geparden können Sie nichts Neues mehr erfahren. Und dennoch – die Flucht der Thompson-Gazelle kann Ihnen die Tore zu einer noch weitgehend unbekannten Welt der Biologie eröffnen, womöglich zum Terrain einer künftigen wissenschaftlichen Revolution!"

...Weiterlesen Léo Grasset: Giraffentheater

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Cover Monika Maron Kraehengekraechz
© S. Fischer

Krähengekrächz - ein Wort, das die Mundschleimhaut austrocknet. Krächzende Krähen rufen bei manchen Menschen Abscheu hervor, bei anderen Faszination. Was bringt die Schriftstellerin Monika Maron dazu, sich mit Krähen auseinanderzusetzen? Aus der Beobachtung von Krähen in ihrer Berliner Umgebung entsteht die Idee, sie in ihren nächsten Roman einzubeziehen, denn Maron hat ihren "literarischen Nutzen" erkannt. Sie beginnt über Rabenvögel zu recherchieren. ...Weiterlesen Monika Maron: Krähengekrächz

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Verlosung HendersonDie Frist für die Monster-Verlosung zum Welttag des Buches ist gestern abgelaufen. Wahre Monster von Caspar Henderson gehen nun auf die Reise.

Ihr habt mir so viele gute Gründe geliefert, warum euch dieses Buch interessiert. Der Reiz des Skurrilen, Absonderlichen, geradezu Monströsen, der Wunsch, etwas über die verborgenen Lebewesen unseres Planeten zu erfahren und zugleich die schöne Aufmachung – diese Kombination aus Wissenschaft und Ästhetik ist es, was den Reiz dieses Buches ausmacht. Das Lesen der Kommentare hat sehr viel Spaß gemacht und brachte mich des Öfteren zum Lachen! Es waren Buchtipps dabei, das Angebot, von einer knochenfressenden Schleimblume zu erzählen, die Versicherung, dass das Buch einen guten Platz bekäme, ja es wurde sogar gereimt! Ich bin begeistert! Da hätte ich unmöglich jemanden bevorzugen mögen. Daher hat das Los entschieden. Und das fiel auf:

Peggy von Entdecke England

Herzlichen Glückwunsch und viel Freude mit dem Buch Wahre Monster von Caspar Henderson! Meine e-mail mit der Bitte um deine Adresse hast du schon erhalten, liebe Peggy.

Allen anderen Teilnehmern danke ich für die amüsanten und kreativen Kommentare! Das war echt monstermäßig!

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Cover Henderson Wahre Monster
© Matthes & Seitz

Ein Fest für das Lesen - seit 1995 wird jedes Jahr am 23. April der Welttag des Buches begangen. Deutschland ist seit 20 Jahren dabei. Viele Buchhandlungen, Verlage, Schulen und Literaturblogs beteiligen sich mit tollen Aktionen an diesem Festtag. Das gilt auch für mich.

Zum Welttag des Buches verlose ich das Buch Wahre Monster von Caspar Henderson, ein wunderschön gestaltetes Buch über die unbekannten und bizarren Lebewesen auf unserem Planeten und den Einfluss des Menschen auf ihren Lebensraum. Ich habe hier im Blog bereits ausgiebig von diesem Prachtexemplar  geschwärmt. Für die Stiftung Buchkunst ist es "eines der schönsten Bücher" unter den wissenschaftlichen Werken und als Wissensbuch des Jahres 2015 wurde es in der Kategorie Ästhetik ausgezeichnet. Henderson verbindet Informationen zur Naturgeschichte exotischer Lebewesen, vorwiegend aus der Tiefsee, mit Mythologie, Kunst und Literatur.

Warum möchtet Ihr dieses Buch gewinnen? Teilt es mir bitte in einem Kommentar bis zum 27. April 2016 mit. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird per e-mail benachrichtigt und um die Adresse gebeten.

Ich wünsche Euch einen schönen Welttag des Buches!

Caspar Henderson: Wahre Monster - Ein unglaubliches Bestiarium
Aus dem Englischen von Daniel Fastner
Verlag Matthes & Seitz 2014, 349 Seiten
ISBN 978-3-95757-030-7

PS:  Auf der Facebook-Seite von Blogger schenken Lesefreude gibt es Links zu weiteren Gewinnspielen vieler Blogger.

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Der sinnlose Kampf gegen invasive Arten im 21. Jahrhundert

Cover Pearce Neuen Wilden
© oekom

Invasive Arten zerstören die Natur. Naturschützer halten daher den Kampf gegen fremde Tier- und Pflanzenarten für gerechtfertigt. Aber stimmt das wirklich? Der britische Umweltjournalist Fred Pearce war einst selbst ein überzeugter Gegner sogenannter invasiver Arten. Im Laufe seiner langjährigen Recherchen hat er seine Meinung geändert. Heute plädiert er dafür, fremde Arten nicht als Gefahr, sondern als Bereicherung für die heimische Natur zu betrachten. In seinem aktuellen Buch Die neuen Wilden erklärt er, wie sie in Zeiten des Klimawandels sogar zur Rettung der Natur beitragen können.

Ab wann gilt eine fremde Art als invasiv, als Gefahr für ein Ökosystem? Darüber herrscht keine Einigkeit. Das Missverständnis, das Pearce beklagt, beginnt schon mit dem Irrglauben, dass Ökosysteme perfekt austarierte, in sich geschlossene Systeme seien, die man konservieren sollte. ...Weiterlesen Fred Pearce: Die neuen Wilden

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Ein Beitrag zum #Indiebookday 2016

Wagenbach
© Wagenbach

Alles begann mit der Wiederentdeckung einer chinesischen Karte in der Bodleian Library, der Bibliothek der Universität Oxford. Dort lagerte sie unbeachtet einige Jahrhunderte in den Archiven der chinesischen Abteilung, zusammen mit Manuskripten, die der Seerechtsanwalt John Selden der Bibliothek nach seinem Tode 1654 vermacht hatte. Als der Historiker und Chinaexperte Timothy Brook 2009 auf diese Karte aufmerksam wurde, war er sofort fasziniert. In seinem Buch Wie China nach Europa kam erzählt er die verschlungene Geschichte der Karte, die heute als Selden Map of China bekannt ist.

Was macht diese Karte so außergewöhnlich? Vor allem ist sie ein beeindruckendes Unikat. Eine vergleichbare Karte aus dem China der Ming-Dynastie ist bisher nicht gefunden worden. Sie entspricht in vieler Hinsicht nicht den Konventionen der chinesischen Kartografie, sondern ähnelt eher europäischen Karten jener Zeit, weist aber auch für europäische Karten erstaunlich moderne Merkmale auf. Ihr Fokus liegt auf den Handelsrouten im Südchinesischen Meer und nicht, wie zu erwarten, auf den Landmassen. Ungewöhnlich ist auch eine Kompassrose auf der Karte, denn obwohl der Kompass von Chinesen im 11. Jahrhundert erfunden worden war, gab es auf chinesischen Karten keine derartigen Abbildungen, auf europäischen aber schon. Timothy Brook versucht die vielen Geheimnisse zu lüften, indem er ins 17. Jahrhundert reist, als diese bemerkenswerte Karte entstand und durch mehrere Hände schließlich aus John Seldens Nachlass in die Bodleian Library gelangte: ...Weiterlesen Timothy Brook: Wie China nach Europa kam – Die unerhörte Karte des Mr. Selden